„Ein Doppelgänger“ lebt sein Leben

„Ein Doppelgänger“ lebt sein Leben

*Werbung* Theodor Storm erzählt in seiner Novelle „Ein Doppelgänger“, die Geschichte von einem Fehler, der begangen und niemals vergessen wurde.

Das 145. Hamburger* Leseheft. Eine knall Orangefarbenes Cover. Das war eines von den Büchern, die ich zu meinem 14. Geburtstag von meiner damaligen Klavierlehrerin bekommen habe. Allerdings habe ich keins davon je gelesen. Dadurch ist mir ein wahrer Schatz verloren gegangen.
Nicht nur, dass das Buch mit 53 Seiten sehr kurz ist (für alle Lesefaulen). Die Geschichte ist auch heute wirklichkeitsnah.

Streetart, Auge, Blau, Doppelgänger
Blicke der Menschen, Verurteilen

„Ein Doppelgänger“ was passiert?

Die Novelle ist aus der Ich-Perspektive eines Reisenden. Er lernt in einem Wirtshaus den Oberförster kennen, der ihn zu sich einlädt. Er erfährt, dass die Frau, des Gastgebers aus der gleichen Stadt kommt wie er. Der Erzähler kann sich jedoch nicht an Christine Hansen erinnern. Auch nicht an ihren Vater John Hansen. Vom Oberförster erfährt der Gast, denn Spitznamen von Hansen. Er wurde Hans Glückstadt genannt, da er sechs Jahre im Glückstädter Zuchthaus verbracht hat. 
In der Nacht fällt dem Erzähler, die Geschichte von John Glückstadt ein. Der Leser erfährt nun die ganze tragische Geschichte seines Lebens. Nach den Sechs Jahren hat er versucht sein Leben zu ändern. Er suchte ich eine Arbeit und traf eine Frau, die er heiratete. Da seine Mitmenschen  noch den Zuchthausinsassen in ihm sahen, verlor er oft seine Arbeit. Der Hunger und das Mistrauen der Mitmenschen führte oft zum Streit zwischen dem Paar.

Ihre Tochter Christine erlebte die Wutausbrüche des Vaters mit und sah zu wie seine Mutter durch seine Hand starb. Die beiden waren nun alleine und Hansen versuchte alles, um Christine so gut wie möglich zu versorgen.  
Nachdem ein ehemaliger Mithäftling von Hansen auftauchte, wurden die Menschen wieder misstrauisch. Er verlor wieder die Arbeit und seine Familie musste Hungerleiden. Hansen wurde wieder zu Diebstählen getrieben, um sich und seine Tochter zu versorgen. Nach seinem letzten Kartoffelraub kam er nicht mehr zurück. Christine wurde von reichen Leuten aufgezogen. In ihrer Welt gab es zwei Väter: den Gewalttätigen und den Liebevollen.

Der Schriftsteller Theodor Storm

Ich glaube die bekannteste Novelle von Theodor Storm ist der „Schimmelreiter“. Mehrmals in der Schule durch genommen. Mehrere Theaterstücke dazu gesehen. Sollte ich auch mal wieder lesen. Meine Erinnerungen daran sind nicht die besten. Die Theaterstücke waren eher langatmig und ich habe irgendwie nichts verstanden. –Nach „Ein Doppelgänger“ sollte ich vielleicht auch dem Schimmelreiter eine Chance geben.
Storm war eigentlich gelernter Jurist und arbeitet auch als Rechtsanwalt und Richter. Auf diese Weise kam er in Menschen aus verschiedenen Schichten in Kontakt. Vielleicht kam ihm so die Idee zu seinen verschiedenen Novellen und Gedichten. 
Schließlich geht es in seinem Werk um einen Mann, der durch einen Fehler, sein ganzen Leben ruiniert hat. 

Immer noch aktuelle soziale Problematik

Früher wie heute, sieht man immer noch Menschen, die keine Chance bekommen. Wir haben alle Vorurteile, gegenüber bestimmten Menschen. Seien es Obdachlose, Arbeitslose oder einfach Menschen, die anders aussehen. Wir Stempel sie ab und meiden oft den Kontakt, egal wie sehr sich das gegenüber bemüht. So wird es für einen unmöglich sich zu ändern. Die Novelle zeigt uns auf tragische Weise, was dieses Denken mit einem Menschen machen kann. 
Vorurteile“ sind auf eine gewisse Weise wichtig, doch manchmal sollten wir uns Zeit nehmen und unser Handeln reflektieren: Handel ich grade zu vorschnell? 

Kanntet ihr die Novelle? Was haltet ihr von dem Thema-denkt ihr auch ungewollt in Schubladen? Wenn euch mein Beitrag gefallen hat, lasst mir gerne ein Like da. 

Hier ist noch mein letzter Eintrag, schaut da gerne vorbei:

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