Der teutsche Don Quichotte und seine Begebenheiten

Der teutsche Don Quichotte und seine Begebenheiten

Heute habe ich etwas anderes für euch. Für die Uni musste ich „Der teutsche Don Quichotte“ von Wilhelm Ehrenfried Neugebauer lesen. In dem Seminar geht es um Komik im 18. Jh. Das heißt dieser Text ist auch lustig. Und ja ich meine es ernst! Das Buch ist nicht schlecht.
Das Problem ist jedoch: Es ist in Frakturschrift!
Falls jemand nicht weiß was Fraktur Schrift ist, das ist diese alte Schrift, die ziemlich cool aussieht, die aber nur noch Literaturstudent lesen können – und das auch nicht immer gut.
Zum Glück habe ich in einen meiner vielen Praktika gelernt sie zu lesen und sie zu „übersetzten“ (Wortwörtlich gemeint. Ich war diejenige, die die Bücher umgeschrieben hat). Ich bin ziemlich froh darüber, denn sonst wäre mir dieses Buch entgangen.

Ein kleiner Auszug aus  „Der Teutsche Don Quichotte oder Die Begebenheiten des Marggraf von Bellamonte"
Ein kleiner Auszug aus  „Der Teutsche Don Quichotte oder Die Begebenheiten des Marggraf von Bellamonte“

Um was geht es eigentlich?

Die Geschichte basiert auf dem Roman Don Quijote und hat somit viele Parallen. Der Unterschied ist natürlich, dass es in diesem Fall der deutsche Don Quichotte ist, der in einer vornehmen deutschen Stadt lebt. 
Johann, heißt der junge Mann. Sehr früh verlor er seine Eltern, die ihn viel Geld hinterließen. Seit dem wohnt er bei seinem Vetter. Er ist großmütig, zärtlich, hat ein gutes Herz, kann sich sehr gut ausdrücken und sieht zu dem sehr gut aus. Also der perfekte Fang, wenn da nicht ein Haken wäre. Er ist sehr leichtgläubig und oft wirkt es, als wäre sein Verstand einfach nicht vorhanden. Sein ganzes Wissen hat er aus Heldenromanen, die ihm den perfekten Ausdruck beibrachten und seine Moralvorstellungen prägten. Aus diesem Grund hält er sich irgendwann selbst für einen Adligen. Sein treuer Freund ist sein Diener Georg, der als die Einfalt selbst bezeichnet wird. 

Johanns Abenteuer beginnt mit einem Problem. Er soll ein junges Fräulein heiraten, welches sehr schön ist. Wenn man den Gerüchten glauben soll (er hat sie nämlich noch nicht persönlich gesehen), ist sie aber dumm. Außerdem hat er morgens auf dem Markt ein Fräulein gesehen, in das er sich unsterblich verliebt hat. Bedauerlicherweise, hat er vergessen nach ihrem Namen zu fragen.

Nach diesem zusammen treffen steht für ihn fest, dass er die andere nicht heiraten kann und fliehen muss. Er packt seinen Diener ein, denn er davor zum Kammerdiener ernennt. Gibt sich selbst den Titel Markgraf von Bellamonte, der erwähnte Adelstitel,  und zieht los. 

Wie ihr euch bestimmt denken könnt, trifft er die Schöne vom Markt, die selbst ihre Problemchen hat. Sie wurde auch von Romanen geprägt und ist sich deshalb sicher, dass sie aus einer Adelsfamilie stamm. Aus diesem Grund gibt sie sich den Namen Fräulein Villa Franka. 

Die Geschichte des Grafen von Bellemonte wird von einem Autoren erzählt, der selbst in seinem Roman auftaucht. Ganz bescheiden schwärmt er von sich und bezeichnet sich als besten Schriftsteller. In seinem Roman nennt er sich selbst nur Autor. Er begleitet ihn auf seinen Abenteuern, mit dem Entschluss über ihn ein Roman zuschreiben. 

Noch was interessantes zum Autor

Über Wilhelm Ehrenfried Neugebauer findet man leider nicht so viel. Selbst sein Geburtsjahr ist nicht fest. Geboren ist er wahrscheinlich 1736 oder 1735. Er ist sehr früh gestorben, im Jahr 1767. Er war ein Erzähler, Odendichter und eine zeitlang der Herausgeber einer Wochenzeitschrift „Der Verbesserer“.
Am spannendsten fand ich die Tatsache, dass er erst 17 oder 18 war als er den Roman geschrieben hat. Also noch ein Schüler!

Mein Fazit zum teutschen Don Quichotte

Wie bereits erwähnt, fand ich die Geschichte sehr gut. Aufgrund der Frakturschrift musste ich mich auch erstmal einlesen, doch sobald ich drin war, war ich wirklich begeistert. Ich finde es Schade, dass dieses Buch in Vergessenheit geraten ist. Online konnte ich eine Version* finden, die nicht in Frakturschrift ist. Sie ist aber nicht unser jetzigen Rechtschreibung angepasst (Bsp. Seyn statt sein). Sowas stört den Lesefluss mehr als die Frakturschrift. 

Ich weiß, dass die meisten das Buch nicht lösen können oder es einfach anstrengend ist, wenn man nicht geübt darin ist. Aber falls ihr doch Lust habt darauf, kann ich es euch empfehlen. Die Geschichte ist lustig. Alle Figuren haben ihre eigenen Eigenschaften: Der naive Marggraf von Bellemonte (Don Quichotte) und sein Fräulein von Villa Franka, die in ihrer Roman Welt leben. Dann der Kammerdinner Du Bois, der sich für einen Helden hält, doch vor jedem Kampf Angst hat und eigentlich nur an das Essen denkt. Und natürlich der Erzähler/Autor, der mit seinen Bemerkungen und seiner Selbstverliebtheit, noch sehr viel Sarkasmus einbringt, brachte mich oft zum Schmunzeln. 

Ich hoffe euch hat meine kleine Resümee gefallen, auch wenn nur die wenigsten mit der Empfehlung anfangen können. Falls euch mehr solcher Bücher interessieren, schreibt es mir gerne in die Kommentare.
Bis dahin ist hier noch mein letzter Eintrag und bis bald,

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