„Der Report der Magd“ – die Frau als Gebärmaschine

„Der Report der Magd“ – die Frau als Gebärmaschine

In einer Zukunft, die uns an unsere erinnert, verlieren wir Frauen von Heute auf Morgen unsere Rechte. Sie werden aufgeteilt in Gruppen. Marthas. Ehefrauen. Die Mägde. Jeder hat einer Rolle, die sie Spielen muss. Und bloß nicht widersprechen. Margaret Atwood schafft eine Welt, die jeden von uns das Fürchten lehren sollte, denn so weit weg ist die Idee nicht.

„Wir glaubten, wir hätten furchtbare Probleme. Wie sollten wir wissen, daß wir glücklich waren?“

„Der Report der Magd“ 

„Der Report der Magd“ Inhalt

Der Roman spielt in der USA in naher Zukunft. Durch eine nukleare Katasprophe werden die meisten Menschen unfruchtbar. Bei einem Staatsstreich, einer christliche-fundamentalistischen Gruppierung, werden der Präsident und alle Mitglieder des Kongress getötet und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Es beginnt die Diktatur der Gilead. Diese sehen den Mann als Oberhaupt der Gesellschaft und die Frau soll sich ihm unterwerfen. 

Der Roman wird aus der Sicht von Desfred erzählt. Sie ist eine Magd, eine der letzten fruchtbaren Frauen. Im Haus des Kommandanten hat sie die Aufgabe ein Kind für ihn und seine unfruchtbare Frau auszutragen. So wird sie einmal im Monat von ihm und in Anwesenheit der Ehefrau vergewaltigt. Sie ist allein und kann sich niemanden anvertrauen, so denkt sie an ihr Leben mit ihrem Mann und ihrer Tochter zurück.

Da Desfred nicht schwanger wird, was wahrscheinlich am Kommandanten liegt, fädelt die Ehefrau eine Affäre zwischen Offred und dem Wächter Nick ein. Die diese heimlich fortsetzten. Eines Tages wird sie von der Polizei der Gilead abgeholt. Nick, der ein Geheimagent der Gilead ist, verspricht ihr, dass es die Untergrundbewegung ist und sie nach Kanada gebracht wird. Ob es stimmt und was genau passiert weiß Offred nicht, genau wie der Leser.

„Es gibt mehr als eine Art der Freiheit… die Freiheit zu, und die Freiheit von. In den Tagen der Anarchie war es die Freiheit zu. Jetzt ist dir die Freiheit von gegeben. Unterschätze das nicht.“

„Der Report der Magd“

 

Feministin Margaret Atwood 

Margaret Atwood ist 1939 in Kanada geboren. Sie wuchs in einer Zeit auf in der Frauen nur fünf Berufsmöglichkeiten hatten: Sekretärin, Stewardess, Hauswirtschaftlerin, Krankenschwester, Lehrerin. Und das auch nur, wenn der Ehemann damit einverstanden ist. In dieser Zeit fand die zweite Nordamerikanisch Frauenbewegung statt. Die Schaffenszeit von großartigen Schriftstellerinnen begann, so auch Atwoods.

Die Figuren in Atwoods Romanen sind keine einfachen Opfer. Es sind Frauen- Charaktere, die mit unterschiedlichen historischen Machtkonstellationen konfrontiert sind, mit denen sie sich auseinander setzen müssen.
Atwood bedient sich verschiedenen Genres, die das Leseerlebnis noch interessanter machen. Zum Beispiel Historienroman (Alias Grace), Krimi, Gothic, Zukunftsroman, Novel)

1985 schrieb sie den Roman  „Der Report der Magd“, durch den sie berühmt wurde. Er wurde 1990 das erste mal verfilmt und 2017 als Hulu Produktion als Serie rauskam. 

„Wir waren die Leute, über die nichts in der Zeitung stand. Wir lebten auf den leeren weißen Stellen, an den Rändern. Das gab uns mehr Freiheit. Wir lebten in den Lücken zwischen den Geschichten.“

„Der Report der Magd“

Meine Fazit

Das Buch ist vor fast 30 Jahren veröffentlicht wurden und erregte mit der Serie heute neues aufsehen. Die Frage die wir uns Stellen müssen ist: Wieso? 
Alles was dort passiert scheint so weit weg zu sein. Ich denke, keiner von uns kommt auf die Idee, dass uns so was passieren kann. Doch wie jeder dystopischer Roman, zeigt auch dieser eine mögliche Zukunft, die doch irgendwie realistisch scheint. In nicht so ferne Vergangenheit haben wir erlebt, wie ein sicheres System gestürzt wurde. Für manche verändern sich etwas zum Guten, für manche zu etwas Schlechtem. 

Beim Lesen des Buches wurde ich einfach wütend. Die ganzen Aussagen, die von den Männern oder den Tantchen von sich gegeben wurden, waren schlimm. Es gab einfach so viele Parallelen zu uns, die mich erschreckt haben. Die Gilead wird auch von alten weißen Männer regiert. Von Offred erfahren wir, wie das Leben davor war. Als Frau hatte sie damals noch Rechte. Doch im Untergrund versteckt war es nicht so. Die Vergewaltigungen und Belästigung gegenüber Frauen nahmen (anscheinend) zu, doch es wurde nicht weiter darüber geredete. Wir lesen oft über Vergewaltigungen, versuchen sie aber schnell zu vergessen und sind froh, dass wir es nicht waren. Feminismus hatte einen bitteren Nachgeschmack, es war etwas schlechtes sich als Feministin zu outen.

Nach der #metoo Debatte ist das Thema Frauenrechte und Feminismus wieder wichtiger geworden. Auch wenn diese Zukunft von Magaret Atwood uns (hoffentlich) nicht erwartet, sollten wir nicht vergessen, dass wir noch lange nicht am Ziel sind. Aus diesem Grund umbedingt dieses Buch lesen.

Ich hoffe euch hat meine Rezenssion gefallen. Wenn ja lasst mir gerne einen Like da. Ich freue mich auch, wenn ihr mir sagt, wie ihr das Buch fandet und was ihr von dem ganzen Thema haltet.

Hier ist noch mein letzter Eintrag:
https://verlorenebuecher.de/die-farbe-lila-von-alice-walker/

2 Gedanken zu „„Der Report der Magd“ – die Frau als Gebärmaschine

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